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Positive Psychologie im Recruiting - Wie das PERMA-Modell Bewerbende wirklich glücklich macht

Was wäre, wenn Recruiting nicht nur ein Auswahlprozess wäre, sondern bereits der erste Schritt in ein erfülltes Arbeitsleben? Das PERMA-Modell aus der Positiven Psychologie gibt genau diesen Denkrahmen und liefert Impulse, wie wir Bewerbungsprozesse gestalten können, die Bewerbende nicht nur überzeugen, sondern emotional berühren. Denn die Realität ist: Für viele Bewerber*innen fühlt sich der Prozess wie eine Prüfung an. Doch laut Martin Seligman, dem Begründer der Positiven Psychologie, sind es positive Emotionen, Beziehungen, Sinn und Selbstwirksamkeit, die den Unterschied machen, auch und gerade in der Bewerbungsphase.

Was ist das PERMA-Modell?

Das PERMA-Modell beschreibt fünf Elemente, die das menschliche Wohlbefinden nachhaltig fördern:

Positive Emotions: Positive Gefühle erleben

Engagement: Sich einbringen können, in den Flow kommen

Relationships: Echte Beziehungen und Zugehörigkeit

Meaning: Sinn erleben

Accomplishment: Erfolge wahrnehmen und Ziele erreichen

PERMA im Recruiting

Diese fünf Elemente lassen sich schon im Recruitingprozess aktiv gestalten. Nicht theoretisch, sondern konkret, alltagstauglich und menschlich.

P wie Positive Emotions: Freude beginnt beim Erstkontakt

Oft beginnt der Bewerbungsprozess mit einer nüchternen E-Mail oder einem automatisierten Formular. Warum nicht anders?

Wertschätzung von Anfang an: Statt „Vielen Dank für Ihre Bewerbung“ lieber: „Wir freuen uns sehr, dass Sie sich die Zeit nehmen und schätzen Ihr Bemühen. Unser Ziel ist, dass Sie sich bei uns willkommen fühlen, egal wie es ausgeht.“

E wie Engagement: Mitmachen statt bewertet werden

Engagement entsteht nicht durch Case Studies, sondern durch echte Beteiligung.

Freiraum statt Test: „Gibt es eine Idee, die Sie schon lange im Kopf haben, aber noch nie teilen konnten?“ So entsteht ein Dialog auf Augenhöhe – nicht eine Prüfungssituation.

Beteiligung statt Aufgabenheft: „In diesen Bereichen freuen wir uns über neue Impulse. Wo können Sie dort Ihre Persönlichkeit und Motivation am meisten einbringen? Wozu brennt es Ihnen jetzt gerade am meisten unter den Fingernägeln über Ideen dazu zu sprechen?“

R wie Relationships: Zugehörigkeit spürbar machen

Die größte Angst im Bewerbungsprozess ist oft, nicht dazuzugehören. Genau hier gilt es Verbundenheit zu stiften.

Ein Buddy auf Augenhöhe: Biete Kontakt zu echten Mitarbeitenden an, nicht nur zu HR. Zum Beispiel: „Wenn Fragen im Prozess aufkommen, schreiben Sie Marie aus dem Team. Sie war letztes Jahr selbst Bewerberin.“

Formulierungen mit Wirkung: Statt: „Wir führen heute ein Gespräch mit Ihnen“, „Wir sprechen heute miteinander, als wären Sie schon Teil des Teams”. Zugehörigkeit beginnt mit Sprache.

M wie Meaning: Sinn zeigen und erfragen

Gerade jüngere Generationen fragen nicht mehr: „Was mache ich?“, sondern: „Warum mache ich das?“

Purpose sichtbar machen: „Mit dieser Stelle helfen Sie konkret dabei, dass [X] passiert, das hat echten Einfluss auf [Y].“

Sinnempfinden wertschätzen: Nicht nach Motivation in Zahlen fragen, sondern nach Bedeutung: „Was wäre Ihnen persönlich sinnstiftend an dieser Rolle?“

A wie Accomplishment: Kleine Erfolge feiern, auch im Prozess

Ein gutes Gefühl entsteht, wenn Menschen Fortschritt erleben, selbst bei einer Bewerbung.

Einen persönlichen Eindruck schildern: „Schön, dass du einen Schritt weiter bist. Du hast uns mit deiner Offenheit im Gespräch echt beeindruckt”. Kleine Erfolgserlebnisse persönlich gemacht, das gibt Energie und Orientierung.

Fazit: Bewerbende sind keine Akten, sondern Menschen mit Emotionen

Das PERMA-Modell lädt uns ein, Recruiting neu zu denken, nicht als Bewertung, sondern als Beziehung. Wer es schafft, positive Emotionen, Sinn, Zugehörigkeit und Wertschätzung schon im Bewerbungsprozess zu vermitteln, gewinnt nicht nur Talente, sondern baut langfristige Bindung auf.

Denn am Ende erinnern sich Bewerbende oft nicht an jede Frage im Gespräch, aber immer an das Gefühl, das sie dabei hatten.